Praxis für
pränatale Diagnostik
OA Dr. Michael Burger, MSc

A-2340 Mödling
Sr.M.Restituta-Gasse 12
(im Landesklinikum Mödling)

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Was ist Ultraschall?

Ultraschall-Geräte arbeiten nicht mit Röntgenstrahlen, sondern - wie der Name schon sagt - mit Schallwellen. Die Frequenzen dieser Schallwellen liegen allerdings weit oberhalb der menschlichen Hörgrenze. In der Tierwelt ist Ultraschall weit verbreitet und dient z.B. Fledermäusen oder Delfinen zur Orientierung.

Der italienische Biologe Spallanzani entdeckte 1794 den Ultraschall durch seine Beobachtung der Fledermäuse. Ultraschall wurde später als Echolot für Schiffe entwickelt, bis in den 40er Jahren sein Nutzen auch für die Medizin erkannt wurde. 1942 verwendete der Wiener Neurologe Professor Hans Theodor Dusik als erster Ultraschall als diagnostisches Verfahren in der Medizin. Im Jahre 1958 wurde der Ultraschall durch den irischen Professor Ian Donald in die Geburtshilfe und Frauenheilkunde eingeführt. Aufgrund der technischen Fortschritte sind Ultraschall-Untersuchungen heute in fast allen Bereichen der Medizin verbreitet und die wohl die am häufigsten angewandte Untersuchungstechnik. Medizinische Untersuchungen mit Ultraschall werden auch als „Sonographie“ bezeichnet.


Wie funktioniert Ultraschall?

Bei der Untersuchung wird ein Schallkopf, nach Aufbringen einer kleinen Menge Gels zum besseren Kontakt, auf den Bauch der Schwangeren aufgesetzt. Der Schallkopf sendet kurze Schallwellen, die vom Körper der Frau und vom ungeborenen Kind reflektiert werden („Echos“). Aufgrund dieser Echos berechnet das Ultraschallgerät ein Bild des Kindes und seiner Organe. Im Gegensatz zu den anfangs noch groben Schwarz-Weiß-Bildern ermöglichen moderne Ultraschallgeräte sehr feine Bilder mit hoher Auflösung.

Vorteile der Sonographie im Vergleich mit anderen Untersuchungsmethoden

Größter Vorteil der Sonographie ist sicherlich die völlige Unschädlichkeit von diagnostischen Ultraschallwellen, insbesondere im Vergleich zur Röntgenstrahlung. Ultraschall kann bedenkenlos bei Schwangeren und Kindern angewandt werden. Viele Jahrzehnte Erfahrung und Forschung haben keinerlei Anhaltspunkte für eine Schädigung ungeborener Babys ergeben. Deshalb ist die Sonographie heute fest in die Betreuung einer normal verlaufenden Schwangerschaft integriert.


Gibt es Nebenwirkungen?

Die krebsauslösende und embryoschädigende Wirkung von Röntgenstrahlen ist heute allgemein bekannt. Deshalb wurde der Frage bei der Einführung der Sonographie einer möglichen Schädigung durch Schallwellen von Anfang an größte Beachtung geschenkt.

Alle wissenschaftlichen Untersuchungen wie auch lange klinische Erfahrung mit der Sonographie haben bestätigt, dass Nebenwirkungen bei den in der medizinischen Diagnostik verwendeten Ultraschall-Energien und standardisierten Untersuchungsgängen nicht zu erwarten sind. Nebenwirkungen, die Ihrem Kind schaden könnten, sind also nicht bekannt.

Welche Einschränkungen hat die Ultraschalldiagnostik?

Mit dem Ultraschall sind wir heute in der Lage, eine Vielzahl von kindlichen Erkrankungen mit großer Sicherheit zu erkennen bzw. auszuschließen. Allerdings kann auch bei ausgezeichneter Gerätequalität, größter Sorgfalt und hoher Erfahrung und Qualifikation des oder der UntersucherIn nicht erwartet werden, dass zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft alle Fehlbildungen und Erkrankungen erkannt werden können.

Der Ultraschall dient vor allem der Suche nach Auffälligkeiten bei den kindlichen Organen. Die Untersuchungsbedingungen können aber durch eine ungünstige Kindslage, relativ wenig Fruchtwasser oder durch kräftige mütterliche Bauchdecken derart erschwert sein, dass kleinere Defekte (z.B. kleines Loch in der Herzscheidewand, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, kleine Defekte in der Wirbelsäule oder Finger oder Zehenfehlbildungen) in manchen Fällen nicht erkannt werden können. Dies gilt insbesondere auch für Untersuchungen außerhalb der optimalen Zeit für das Organscreening, d.h. vor der 20. oder nach der 24. Schwangerschaftswoche.

Im Ultraschall allein können Chromosomenstörungen (wie das Down-Syndrom), Stoffwechselstörungen, Erbkrankheiten (genetische Syndrome) oder geistige Behinderungen nicht definitiv erkannt oder ausgeschlossen werden.

Außerdem können sich bestimmte Fehlbildungen auch erst später in der Schwangerschaft entwickeln, z.B. Verengungen der Herzgefäße oder eine Erweiterung der Hirnkammern.

Was ist 3D-Ultraschall?

Die dreidimensionale Darstellung von kindlichen Strukturen („3D-Ultraschall“) ist ein Verfahren, bei dem normale Ultraschallschnittbilder von einer beweglichen Sonde im Schallkopf zu einem dreidimensionalen Bereich (Rauminhalt = Volumen) zusammengesetzt werden. Mit aufwändiger Computertechnik werden je nach Bedarf Volumen- oder Oberflächenbilder berechnet.

In der Pränataldiagnostik dient diese Technik neben der konventionellen, zweidimensionalen Sonographie der Darstellung von normalen und auffälligen kindlichen Strukturen.

Häufig wird die 3D-Technik mit einem besseren Untersuchungsergebnis oder einer höheren Qualität der Untersuchung gleichgesetzt. Dies ist so nicht richtig. Manche Spezialbefunde können allerdings mit der 3D-Technik anschaulicher dargestellt werden, da man in der Wirklichkeit ebenfalls an dreidimensionale Darstellungen gewöhnt ist. Die 3D-Technik hat damit also im wissenschaftlichen Bereich ihre Berechtigung. Natürlich spielt auch das sogenannte „Baby-Fernsehen“ eine Rolle. Das unauffällige Kind (vor allem sein Gesicht) kann den Eltern - bei entsprechenden Untersuchungsbedingungen - gezeigt werden.

Trotzdem hat die 3D-Technologie auch Nachteile:
Auch mit dem besten derzeit verfügbaren 3D-Ultraschallgerät ist die Auflösung im 3D-Bild geringer als im konventionellen Ultraschall.

Das größte Manko aber ist die Abhängigkeit von guten Sichtbedingungen: Bauchlage des Kindes, ein an der Vorderwand liegender Mutterkuchen, wenig Fruchtwasser oder stark ausgeprägte Bauchdecken lassen häufig eine gute 3D-Darstellung nicht zu. Im Durchschnitt sind ausreichende Sichtverhältnisse, je nach Schwangerschaftswoche, in ca. 50% der Untersuchungen zu erwarten.

Was ist 4D-Ultraschall?

Beim sogenannten 4D-Ultraschall kommt zur 3D-Technik noch eine Dimension, die Zeit, dazu. Das bedeutet, dass die 3-dimensionalen Bilder so schnell vom Computer dargestellt werden, dass sie als Film wirken. Im 4D-Schall können also 3-dimensional dargestellte Bewegungen des Kindes in „Echtzeit“ - ähnlich wie in einem Film - mitverfolgt werden.


Was ist Dopplersonographie?

Die sogenannte Doppleruntersuchung ist eine für das Kind risikofreie Ultraschalluntersuchung, bei der die Durchblutung in kindlichen (Nabelschnur, Hauptschlagader, Hirngefäße) und mütterlichen Gefäßen (Gebärmuttergefäße) gemessen wird. Der Name kommt vom sogenannten Doppler-Effekt, benannt nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler. Dieser Effekt besagt, dass bewegte Schallquellen gegenüber einem fixen Standpunkt die Frequenz ändern. Das bekannteste Beispiel ist die Änderung der Tonhöhe bei einem vorbeifahrenden Auto, z.B. ein Formel1-Rennwagen.

Die Doppler-Ultraschalluntersuchung wird meist zwischen der 26. und 38. Schwangerschaftswoche angewendet. Stark auffällige Blutflussmessungen können Hinweise auf eine kindliche Mangelentwicklung geben, die möglicherweise eine intensivere Überwachung der Schwangerschaft oder eine vorzeitige Entbindung nötig machen können.